Heute lebt die Geschichte im Næs Eisenwerkmuseum weiter, einem der wichtigsten Kulturerbestätten des Landes und der am besten erhaltenen Eisenwerksanlage in Norwegen.
Es ist schwer zu begreifen, wie umfangreich die Tätigkeit einst war, bevor man beginnt, durch das Gelände zu gehen.
– Viele sind überrascht, wie gut die Anlage tatsächlich erhalten ist, erzählt Brita Flor, Fachberaterin und Vermittlerin im Museum.
Denn dies ist nicht nur ein Museum. Es ist eine ganze Gemeinschaft, bewahrt so, wie sie rund um das Eisen entstanden ist.

Wo das Industrieabenteuer begann
Die Geschichte begann bereits im Jahr 1665, als das Båseland-Werk gegründet wurde. In der Anfangszeit fand ein Teil der Produktion etwas entfernt vom heutigen Museumsgebiet statt, doch 1738 wurde der gesamte Betrieb am Hammerfossen entlang der Storelva zusammengeführt. Gleichzeitig erhielt das Unternehmen den Namen, der bis heute weiterlebt: Næs Eisenwerk.
Die Eisenproduktion endete 1909, doch Stahl wurde hier noch bis 1959 hergestellt.
Mithilfe von Wasserkraft, Holzkohle und Handwerkskunst wurde Roheisen im Hochofen geschmolzen und anschließend zu Schmiedeeisen und Stahl weiterverarbeitet. Die Arbeit war schwer, heiß und anspruchsvoll – aber zugleich die eigentliche Grundlage des Lebens in Nes Verk.
Über Jahre hinweg wurden Erz und Holzkohle mit Wagen oder per Hand zur Spitze des Hochofens gebracht. Alle zwölf Stunden konnten die Arbeiter eine Tonne flüssiges Eisen abstechen, das später zu Öfen, Töpfen und anderen Gusseisenprodukten verarbeitet wurde.
Anschließend wurde das Eisen von Schmieden und Hammerwerkern weiterbearbeitet, die das glühende Metall schlugen und zu Stabeisen und anderen Produkten formten.
Das war Industrie, lange bevor Norwegen überhaupt ein Industrieland geworden war.

Brita Flor erklärt, wie der Hochofen funktionierte.